Raumakustik ist die subjektive Wahrnehmung von Schall innerhalb eines Raumes und hängt damit in erster Linie von der (Hör-)Erfahrung und Befindlichkeit einer Person ab.

Beeinflusst wird die Raumakustik dabei durch physikalische Faktoren wie die Raumgröße, die Oberflächenbeschaffenheit der Bau- und Raumelemente, aber auch durch die Funktion des Raumes. So sind die meisten Bürogebäude mit schallharten Glas- und Betonflächen zwar optisch zeitgemäß, akustisch aber nur selten nutzerorientiert gestaltet.

Eine effektive Akustikplanung berücksichtigt eine Reihe von Qualitätskriterien und sorgt durch genaue Messungen und gezielte Maßnahmen für ein auf die Nutzung abgestimmtes Klangbild im Raum.

Raumakustik

Neben der Nachhallzeit haben Schalldruck und der Frequenzbereich maßgeblichen Einfluss auf die Lärmwirkung im Büro. Ein hoher Schalldruck verursacht Unbehagen. Für konzentriertes Arbeiten sollte der Hintergrundgeräuschpegel maximal 45 dB betragen. Die menschliche Stimme hat einen durchschnittlichen Schalldruckpegel von über 60 dB und kann damit, ebenso wie Bürotechnik (40 – 45 dB), in bestimmten Situationen bereits störend wirken. Durch Einsatz schallschirmender und -absorbierender Elemente können Schalldruck und Frequenzen nachhaltig positiv beeinflusst werden.

Empfohlene Hintergrundgeräuschpegel (nach DIN EN ISO 11690):

Raumart Höchstwert
Konferenzraum 30 dB bis 35 dB(A)
Einzelbüros 30 dB bis 40 dB(A)
Großraumbüros 35 dB bis 45 dB(A)
Industr. Arbeitsstätten 65 dB bis 70 dB(A)

Schallschirmung
Schall breitet sich von einer Schallquelle in der Regel kugelförmig in alle Richtungen aus. Schallschirmende Akustikelemente, wie Stellwände, Tischpaneele oder Schränke mit Akustikfronten, unterbrechen den Direktschall auf dem Weg von der Schallquelle zum Hörort. Für eine effektive Schallschirmung – z. B. zum Sitznachbarn – sollte der Schallschirm möglichst dicht an bzw. um die Schallquelle positioniert werden und möglichst die Hälfte der Raumhöhe betragen.

Schallabsorption
Um die Nachhallzeit in Büroräumen auf die individuellen Anforderungen optimal einzustellen, werden schallabsorbierende Akustikelemente eingesetzt. Diese bestehen wahlweise aus porösen oder schwingfähigen Materialien, wie z. B. Mineralwolle oder Stahl, und dämpfen die Schallausbreitung durch Umwandlung des Schalls in eine andere Energieform (z. B. in Wärme oder Schwingungen). Das Maß für die Absorptionsfähigkeit der Materialien ist der Schallabsorptionsgrad: Er reicht von αW=1 (vollständige Absorption) bis αW=0 (vollständige Reflexion).

Raumakustik

Eine Reihe von Normen, Vorschriften und Gesetzen geben heute die rechtlichen Rahmenbedingungen vor, die bei der raumakustischen Planung und Ausstattung zu beachten sind. Dennoch gibt es keine Pauschallösung für eine optimale Raumakustik: Vielmehr erfordern unterschiedliche Raumstrukturen, Besonderheiten der Gebäude und funktionale Anforderungen der Nutzer ganz individuelle Akustik-Konzepte.

Dabei verlangt eine professionelle Akustikplanung profundes Fachwissen, das weit über unsere Erfahrung als Hersteller hinaus geht. Deshalb arbeiten wir in einem festen Netzwerk gemeinsam mit professionellen Akustikern, renommierten Architekten und Fachplanern an der maßgeschneiderten, effektiven und wirtschaftlichen Akustiklösung für Ihr Büro. Unabhängig davon, ob Sie einen Büroneubau planen oder ein Bestandsobjekt akustisch optimieren wollen: Die Planungsarbeit beginnt stets mit der Dokumentation, Berechnung und Bewertung der akustischen „Ist"-Situation.

 

Die wichtigsten Begriffe der Raumakustik auf einen Blick:

Nachhallzeit
Eine der wichtigsten Bestimmungsgrößen für die akustische Qualität eines Raumes ist sein Nachhall. Die Nachhallzeit wird im Wesentlichen durch das Volumen des Raumes, die Oberflächen und die Materialien im Raum definiert. Sie gibt – vereinfacht gesagt – die Zeitdauer an, die ein Schallereignis benötigt, um unhörbar zu werden. Dabei gilt: Je größer der Raum, desto länger ist in der Regel die Nachhallzeit. Je mehr Absorption im Raum vorhanden ist, desto kürzer ist die Nachhallzeit und desto besser ist die Sprachverständlichkeit.

Sprachverständlichkeit
Der Sprachverständlichkeit kommt bei der raumakustischen Planung eine übergeordnete Rolle zu: Gut verständliche Telefonate oder Gespräche von Kollegen werden oft als störend empfunden. Hier ist es sinnvoll, die Sprachverständlichkeit zu reduzieren z. B. durch schallschirmende Raumgliederungswände oder Schreibtischpaneele. In größeren Besprechungs- und Konferenzräumen ist die Sprachverständlichkeit dagegen aufgrund hoher Nachhallzeiten meist zu gering. In diesem Fall hat der Einsatz von schallabsorbierenden Deckensegeln und Wandbildern einen positiven Effekt auf die Sprachverständlichkeit.